Money, Money, Money must be funny?

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Bezahlen mit Bargeld: nicht unbedingt schnell oder bequem, aber dafür ist es ja kostenlos, oder? Ganz so einfach ist das nicht: Die Kosten des Bargelds fallen nämlich nicht direkt beim Bezahlvorgang an, sondern müssen indirekt über Steuern, Bankgebühren, höhere Ladenpreise, usw. bezahlt werden.

Viel Bargeld – viele Kosten!

Derzeit sind in der Eurozone insgesamt 22,62 Milliarden €-Banknoten unterwegs, davon sind etwa 10,45 Milliarden 50€-Scheine. Die Herstellung einer dieser Banknoten kostet 8ct. Dies ist im Verhältnis zum Wert der Banknote relativ günstig. Betrachtet man jedoch die €-Münzen, kommt man zu einem anderen Ergebnis: Die Herstellung einer 1ct Münze kostet 1,65ct und ist damit mehr als die Münze selbst wert!

Der größte Teil der Kosten fällt im Einzelhandel an. In den Läden wird Geld kassiert und Wechselgeld ausgegeben. Danach muss das Geld aber auch noch gezählt und bis zum Abtransport in eine Bank oder in ein sogenanntes Cash Center sicher verwahrt werden.

Nachdem das Geld in einer Bank oder in einem Cash Center angekommen ist, wird es dort erneut geprüft, gezählt und verbucht. Besonders teuer ist dabei die Prüfung auf Echtheit des Wechselgeldes, denn dafür wird für den Einzelhändler eine Gebühr von bis zu 60ct pro 50 Münzen fällig. Wenn man also 50 1ct Münzen prüfen lässt, übersteigen die Kosten dafür den Wert des Geldes.

Danach folgt noch ein weiterer Schritt: Die Lagerung und Sicherung. Hierfür benötigt man genug Platz und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen. Auch das kostet.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für Prüfung, Zählung, Lagerung und Sicherung des Bargelds für die Banken und den Einzelhandel auf 660 Mio. Euro. Um nicht auf den Kosten für diese Vorgänge sitzen zu bleiben, schlägt der Verkäufer diese auf seine Produkte auf, sodass im Endeffekt der Käufer dafür aufkommen muss. Die Banken arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip. Sie verlangen hohe Ein- und Auszahlungsgebühren sowie monatliche Kontoführungsgebühren, um die hohen Bargeld-Kosten zu kompensieren.

Im Europa-Vergleich

Obwohl die Nutzung von Bargeld in Deutschland jedes Jahr Kosten im Wert von etwa 10,8 Milliarden Euro verursacht, werden 3 von 4 Bezahlvorgängen mit Bargeld abgewickelt. Damit ist das Bargeld in Deutschland noch immer Zahlungsmittel Nr.1.

Vorreiter beim bargeldlosen Bezahlen sind vor allem die skandinavischen Länder, aber auch in Großbritannien oder Polen wird immer häufiger ohne Bargeld bezahlt. Deutschland liegt auf dem drittletzten Platz – dahinter liegen nur noch Italien und Spanien. In Schweden werden sogar nur etwa 15-20% aller Bezahlvorgänge bar abgewickelt. Warum das so ist, ist jetzt wohl klar.

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